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Genaker – Segeln mit dem
Fighter ............
macht viel Spaß und Freude nicht nur bei leichter
Brise, sondern auch bis 4 Bft. – dann fängt es an zu rauschen und ein wenig
aufregend zu werden.
Wie geht es los?
Wie immer mit dem Riggen:
Die Genakerschoten (Bb und Stb.) werden doppelt geschoren:
ich belege das Ende mit dem Karabiner zunächst in dem Decksauge vor der Want (vorgesehen
für die Hahnepot beim Mastsetzen/-legen), führe dann die nächste Rollen und das freie
Ende außen an der Want nach hinten zum Heck und hake die erste Rolle mit dem Karabiner im
Heckauge ein, dann wieder nach vorn, die zweite Rolle wird in die Wantenpütting
eingehängt, dann die lose Part durch
die Curryklemme und das Auge ins Cockpit geführt.
Achterknoten nicht vergessen.

Der Utholer (Vorheißer für den Genakerhals) wird mit dem Karabiner
am Bb-Decksauge neben
dem Rollfockbeschlag am Bug belegt, die Rolle mit dem
Schraubschäkel wird am Stb. Auge belegt, und die Rolle mit dem Karabiner (in Abb. 1 ist
an ihr bereits das Segel angeschlagen) wird nach hinten geführt. An Bb. und Stb. neben
der Rollfockschiene sind nach außen offene Haken montiert, durch die die lose Schlaufe
des Utholers, wenn er nicht benötigt wird, eingehängt werden kann,
damit er die Fock
nicht behindert. Die lose Part wird an Stb. durch die flach an Deck montierte Rolle und
die achtern davon sitzende Curryklemme geführt. Auch hier den Achterknoten nicht
vergessen.

Abbildung 2: zeigt schematisch den Verlauf des
Utholer, wenn er nicht benötigt wird.
Die Rolle für den Hals kann man mit dem Karabiner gut am Mast oder am Wantenpütting
belegen.
Wann geht es endlich los mit Segeln??
Wenn man etwas Platz hat, wenig Wind ist und die Lust zum
Experimentieren aufkommt.
Die von mir jetzt vorgeschlagenen Vorgehensweise erhebt keinen Anspruch auf Perfektion
– für mich selbst finde ich sie einfach praktisch.
Ich gehe auf raumen Kurs, berge die Fock, Großsegel an Bb.(sichert
einige Vorfahrtsrechte!)
und belege die Pinne so, daß der Kurs stabil ist.
Genaker setzen:
- Dann schütte ich den Genaker aus dem Beutel in die Kajüte. Der Wind
kann dann nicht hinein fassen und ich habe immer noch viel Platz in der Plicht.
- Die Lieken werden sortiert, so daß sie weitgehend glatt sind. (Nicht
vergessen, ab und zu nach anderen Boote zu schauen. Es gibt Rudergänger, die können
unheimlich brüllen,
- wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet im Recht zu sein!). Hals,
Kopf und Schothorn sind gut beschriftet und farbig markiert.
- Die freien Parten der Schoten und den Utholer zurecht legen.
- Das Segelsetzen geht meiner Meinung nach bequemer, wenn man den
Genaker an Luv vorholt und setzt.
- Als erstes schlage ich den Hals an. Dazu muß der Utholer etwas
gefiert werden und die große Schlaufe muß aus den Decksklemmen gelöst sein.
Kontrollieren ob alles frei läuft!
- Dann wird der Kopf angeschlagen. Dabei ist darauf zu achten, das sich
die freie Part des Falls nicht hinter der Saling verhakt.
- Als letztes kommen die Schoten. Da das Segel an Stb. vom Mast nach
vorn geholt wird, muß die Bb. Schot vor dem Mast vorbei unter dem Unterliek zum Schothorn
geführt werden, die Stb. Schot wird ebenfalls eingeklinkt.
- Falls Du immer noch auf Kurs bist und die Lust noch nicht verloren
hast, wird es jetzt spannend, ob alles klar geht:
- Die Bb-Schotklemme klemme ich in irgendeiner Position ein, damit ich
sie sofort greifen kann. Die Stb.-Schot ist lose.
- Das Segel wird mit dem Utholer nach vorn geholt, so daß der Hals 30
bis 50 cm vor dem Rollfockbeschlag liegt.
- Dann noch ein Blick nach oben, ob das Fall immer noch frei läuft.
Wenn ja, dann Fall durchholen bis der Segekopf vor dem Mast steht.
- Zum Abschluß, nachdem die Pinne wieder in der Hand liegt, wird die
Bb-Schot dichtgeholt bis das Segel steht. Da wenig Wind ist, wird man in Lee sitzen
bleiben, da die Segel dann besser stehen.
Trimmen:
Der Genaker muß "Luft" haben, d.h. er darf nicht zu dicht
gefahren werden. Zwischen
Großsegel und Genaker muß der Wind einen guten "Durchlass" haben. Da mußt Du
etwas experimientieren: Großsegel etwas (zu) dicht, oder Genaker weiter auf. Wenn eine
Bö kommt, darf man mit dem Genaker ebensowenig wie mit Spi anluven. Abfallen ist der
Trick, ggf. Großsegel- und Genakerschot fieren. Theoretisch kann man den Genaker, da er
im Fockdreieck gefahren wird, wenden. Das macht aber keinen Spaß und funktioniert nur bei
wenig Wind, wenn man ohnehin machen kann was man will. Ansonsten ist Halsen einfacher und
vor allem sicherer, weil eine Wende aus raumem Kurs mit der großen Blase vorn u.U. nicht
gelingt.
Je mehr Wind, desto länger fahre ich den Utholer. Dadurch wölbt
sich das Segel nach oben und zieht den Bug aus dem Wasser. Außerdem kann man etwas
"höher" an den Wind. Entscheidend ist aber der erste Effekt, da in einer Bö
der Bug dann nicht "bohrt", man leichter abfallen kann und keine wesentliche
Krängung erfährt.
Halsen:
Als
erstes sollte man Shiften üben. Manöver wie üblich: Nach Luv setzen (falls immer noch
in Lee wie oben), dann das Großsegel über legen. Wenn man "Butterfly" segeln
will, muß man die Genakerschot sehr weit fieren. Dann Anluven, Genakerschot loswerfen und
die neue Schot langsam holen. (Der Wind treibt das Segel! Wenn man glaubt, zerren zu
müssen ist irgendetwas verklemmt.) Und weil’s so schön war gleich noch einmal
üben.
Bei stärkerem Wind klemme ich zunächst die "neue"
Genakerschot in irgendeiner Position in die Klemme, dann fasse ich die Genakerschot mit
der gleichen Hand, die in die Großschot geht. Ich werfe dann die Genakerschot los, wenn
ich (relativ langsam) über Stag gehe, lege das Großsegel über und hole dann die neue
Genakerschot. (Keine Aufregung, auch unter Genaker gibt der Fighter seine Gutmütigkeit
nicht auf!)
Genaker Bergen:
- Kurs vor dem Wind bis der Genaker hinter dem Großsegel
zusammenfällt.
- Pinne belegen.
- Dann zum Kajütloch gehen. Ich stelle mich mit einem Fuß hinein, das
gibt mir bei einer Patenthalse etwas Raum, um unter dem Baum wegzutauchen. Außerdem steht
man sonst immer entweder auf Schot oder dem Utholer.
- Der Utholer wird gelöst, man faßt ins Schothorn und holt das Segel
am Unterliek nach hinten. (Ab jetzt kann auch bei stärkerem Wind nichts mehr schief
gehen.)
- Das Genakerfall wird losgeworfen und das Segel in die Kajüte
abgeborgen.
- Zum Aufkreuzen belege ich dann alle Parten so, daß nicht allzuviel
im Wasser hängt.
- Fock ausrollen und ab geht’s nach Luv.
Die nächste Tour ist dann sehr bequem, da ja noch alles
angeschlagen ist. Fock wegrollen und ab geht die Luzie!
Wichtig ist hier der Blick nach oben, ob das Fall frei läuft. Wenn das Segel
erst hinter der Saling hängt, muß man auf dem Vordeck turnen. Das ist bei stärkerem
Wind mit dem großen flatternden Segel u.U. ungemütlich.
Viel Spaß beim Genaker – Segeln mit dem
Fighter.
Auf Vorschläge zur Verbesserung des Manövers oder der Darstellung
freue ich mich.
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