8-fach Fockschot Übersetzung


Erfahrungen im Starkwind mit Böen

Wie schon im Handbuch beschrieben, gilt immer noch, daß ab einer bestimmten Windstärke als erste Reffmaßnahme die Fock etwa zu 90% weggerollt werden sollte. Der Rest wird zum Manövrieren des Bootes benötigt.
Zur Erinnerung: das Einrollen der Fock erfolgt zweckmäßig platt vor dem Wind. So läßt sie sich am besten einrollen.

Doch nun zum Starkwindsegeln mit der Fock:

Es ist darauf zu achten, daß alle Trimmmöglichkeiten ausgenutzt sind:

Fock - Traveller in Lee
- Schot dicht
Groß - Traveller in Lee
- Unterliek durchgesetzt
- Cunningham durchgesetzt
- Baumniederholer dicht, jedoch nicht zu hart
- Großschot dicht und ebenfalls nicht zu hart
- Trimmsitz und Gurte verwenden

Der Kurs ist hart am wind. Die Windbändsel in Luv steigen - wir bewegen uns an der Windkante.
Die nächste Böe kommt auf uns zu. Der Fighter krängt weiter, schießt in den Wind und die schöne Fahrt ist draußen. Oder - man steuert dagegen, die Krängung wird immer mehr, trotz gefierter Großschot, und die Baumnock wird schon durchs Wasser gezogen. Dann geht alles ganz schnell: zur vermeintlichen Sicherheit wird die Sitzposition verlassen und man rutscht in die Bootsmitte. Das bringt noch mehr Krängung. Der Versuch, sich am Bootsrand festzuhalten, um nicht nach Lee zu fallen, bewirkt nun endgültig die Kenterung - das, was kein Segler gerne will.

Da liegt es nun, das schöne Stück!

Im vergangenen Jahr habe ich nun die Erfahrungen gewonnen, wie das Manöver beim Einfallen der Böe mit voller Fock durchgeführt werden sollte:
Die Böe kommt auf Dich zu, der Fighter beginnt zu krängen. Du fierst kurzfristig die Fockschot auf. Dadurch erfolgt keine weitere Krängung. Das Großsegel bleibt belegt und zieht weiter, die Geschwindigkeit bleibt im Boot. - Seglerherz was willst Du mehr!
Doch sollte man die Großschot nicht zu dicht holen und gegebenenfalls zur Sicherheit öffnen! Das alles geht aber nur, wenn die Fockschot im dichtgeholten Bereich ausreichend - nämlich 8-fach-untersetzt ist.
Gegenüber der Werftausführung kann diese Untersetzung, wie im nachfolgend erläuterten Vorschlag von Vincent Hoesch gezeigt, mit wenig Aufwand selber hergestellt werden.

Fockuntersetzung Standard

Wenn Sie die Führung der Fockschot anschauen, werden Sie feststellen, die Untersetzung ist sehr direkt. Das kann beim Segeln nur von Vorteil sein. Um jedoch bei starkem Wind die Fock an der Kreuz zu beherrschen, habe ich den Vorschlag von einem erfahrenem Segler wie Vincent Hoesch wie folgt übernommen:

Untersetzung mit Zusatz-Schot

Die vorhandene Fockschot im achterlichen Bereich wird einmal umgelenkt. Um eine Leichtgängigkeit zu erreichen, ist zweckmäßig eine Schot von 4 oder 5 mm zu verwenden. Der Kraftaufwand ist fast Null.
Eine Zusatzschot (5 mm) wird eingezogen und aus dem Mittelkanal ausgeführt. Das erfolgt bei älteren Booten an der vorhandenen Mittelklemme zwischen Rollfock und Barberholer. Bei neuer Ausführung ist dieser Platz frei und muß neu eingerichtet werden. Die Fockschot im Vorschiff bleibt, die vorhandene Länge muß gekürzt werden. Zur Unterstützung des Rückholeffektes beim Auffieren habe ich das ganze mit einem Gummistrap unterstützt.

Verfasser: Günter Baumgärtner

Die 8-fach Übersetzung
im GER 202/52

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