
Traumbucht 0,5 sm nördlich
Tucepi
Törnbericht von Georg Pferdmenges
Der Fighter ist anscheinend nicht nur zum "Daysailen" oder fürs Wochenende gut, er schafft sogar einen 12-tägigen Kroatien Törn.
Ich bin Student
an der FH Darmstadt/ Dieburg und besitze seit Dezember ´99
den Fighter GER132. Den habe
ich mit geknicktem Mast bekommen, aber nach einigen Reparaturen (Mast
neu + Kleinigkeiten)
konnte ab dem Frühjahr schon gesegelt werden.
Vom 30.07.00 bis zum 11.08.00
war ich mit meiner Freundin von Omis
(bei Split) bis zu den Inseln Brac und Hvar. Gesamtstrecke ca. 150sm
(geschätzt!).
Die Kornati-Inselgruppe konnte leider nicht erreicht
werden, da der Wind schlecht
stand, aber ein zweistündiger Raumschot-Schlag bei voller
Gleitfahrt(!!) an einem der
Tage ist ja auch nicht zu verachten. Geschlafen wurde vor Anker im
Boot. Platz für
genügend zu Essen sowie Ausrüstung ist in den
Stauräumen unter den Sitzflächen.
Getränke bleiben übrigens unter Deck im hinteren
Mittelschacht auch bei 38 Grad Celsius
sehr kühl.
Eine zusammengewürfelte Mischung von Zahlen, Kleinigkeiten und Tips:
genug
Wasser mitnehmen, ein 20 Liter Kanister war unpraktisch, besser 5 Liter
Kanister oder Plastikflaschen benutzen- Ein Pullover und eine warme Hose pro Person reicht aus, nicht zuviel Kleidung mitnehmen, sie wird nicht benutzt
- Ein Paar fester Badeschuhe mit Fersenschnalle, nicht mehr
- 10 Liter Benzin haben bei uns ganz genau gereicht (viel Flaute, 2,3 PS Evinrude)
- Ein Klapptisch wie auf einem der Fotos ist sehr praktisch
- Kroaten sind in kleineren Orten immer freundlich, in großen Stadten reserviert, sprechen meist englisch, einige deutsch.
- Die Anmeldung des Bootes, sie
nennt sich Permit, muß beim Hafenmeister
(Hafenkapitän) gemacht werden. Eine Registrierung z.B. beim
ADAC, eine blaue Versicherungskarte für den
Haftpflichtnachweis (Fighter pro Jahr ca. 170,-) des Bootes und der
Sportbootführerschein See sind vorzulegen. Die Permit gilt ein
Jahr ab Ausstellungsdatum, und kostet für den Fighter ca.
180,- DM.
Ankern: Nach vielen schlaflosen Stunden ein paar Ankertips:
min. zwei Anker dabei haben, je ca. 4-8 Kilo,
möglichst mit Kettenvorlauf- den Anker mit dem Motor eindampfen, im Zweifelsfall ein neuer Anlauf
- Auch am Mittelmeer schwankt der Wasserspiegel windbedingt, also Abstand vom Ufer
- Ein Fighter bleibt vor Anker nicht mit der Nase im Wind, sondern dreht sich um ca. 180 Grad. Also mal Wind/ Welle von der einen, dann von der anderen Seite. Abhilfe schafft hier ein Heckanker oder eine Landleine.
Auf der Hinreise
ist unbedingt auf das Auto zu achten. Mein alter VW
Passat hat in
Österreich
nach einer längeren Steigung den Dienst auf Grund einer
kaputten Zylinderkopfdichtung
quittiert.
Die Ursache: Der Ventilator war schon vorher defekt, und
konnte so den Motor nicht
mehr kühl halten. Die Auswirkung: Reparatur, und drei Tage in
Österreich ungewollt
wandern.
Am Schluß
möchte ich ein Wort zur allgemeinen Sicherheit bei so
einem Törn sagen.
Der Fighter ist ein Sportboot und sollte auf so langen
Strecken nur mit guter
Vorbereitung gesegelt werden. Deshalb waren bei uns GPS sowie aktuelle
Seekarten mit an
Bord. Auch eine Seenotraketenpistole und Schwimmwesten waren immer
griffbereit.
Wer mehr Infos zu Kroatien haben möchte, gebe ich gerne unter g.pferdmenges@gmx.de weitere Tips.

GER 132 in einer Bucht an der Südseite
Bracs,
im Hintergrund Hvar