Bericht vom Herbsttraining (04. – 06.10. 2004)
 ( von Michael Fuchs )

Nach erfolgreich absolvierter Wismeth-Regatta mit leider nur einem effektiven Segeltag wegen Sonntagsflaute, waren wir alle hungrig auf mehr Segeln. Was konnte uns dann stärker begeistern, als Günthers Angebot, die Zeit bis zur BE mit einem „Trainingslager“ zu überbrücken.
 
Montag 04.10.
Günther erwartet uns morgens wie immer gut gelaunt zum 1. Trainingstag mit einem Superwetter und ausgeklügeltem Trainingsprogramm. Wer hat nicht auch schon gestaunt, wie schnell der eine oder andere Fightersegler (in erster Linie natürlich die, die immer vorne segeln) auf Vorwindkurs
die Leetonne erreicht. Dass der kürzeste Weg meistens der langsamste ist (Ausnahmen bestätigen auch hier wie immer die Regel) haben die meisten inzwischen mitbekommen( sogar
der Verfasser dieser Zeilen). Welcher Weg aber stattdessen eingeschlagen werden sollte, bleibt das Geheimnis eines jeden Einzelnen und sollte im Laufe des heutigen Tages erarbeitet werden.

Zur Orientierung hat Günther mehrere Tonnen auf halbem Weg zwischen Luv- und Leetonne seitlich versetzt ausgelegt. Wenn nun gleichzeitig mehrere Fighter an der Luvtonne starten und jeder von Ihnen eine andere der seitlich versetzten Hilfstonnen passieren muß, so fährt jeder der Segler einen unterschiedlich weiten Bogen mit entsprechend unterschiedlicher Geschwindigkeit. Nach jeder absolvierten Runde wurde gewechselt, sodaß jeder mal jeden Bogen fahren und für
sich erfahren konnte, welcher Weg von der Luv- zur Leetonne der Schnellste ist. Wichtig wie immer: das Boot muß Fahrt aufnehmen ,die Segel müssen Druck haben und die Benzel auswehen. Das Erstaunliche ist, dass man mit den gewonnenen Erkenntnissen bei der nächsten Wettfahrt mit den „alten Hasen“ ganz gut mithalten kann.


Am Nachmittag wollte das Wetter einfach nicht schlechter werden. Segeln im T-Shirt und kurzer Hose war vorübergehend möglich. Eine frische Brise von ca. 3 bft mit vereinzelten kräftigen Böen sorgte für zügigen Vortrieb und machte eine „Langstreckenregatta“ über den gesamten Altmühlsee möglich. Auf  Vorwindkurs gleich mal ausprobieren, was man vormittags gelernt hat. Nach der 1. Runde mit heftigem Kampf um Platz 1 zwischen Heiner und H.W., den Heiner schließlich für sich entscheiden konnte, weil er wie so oft gegen alle physikalischen Gesetze wieder einmal deutlich höher am Wind segeln konnte (oder sogar gegen den Wind?), ging H.W. erst einmal baden.
Fiel er einfach entkräftet aus demBoot oder wollte er sich nur erfrischen? Fest steht, dass die Wassertemperaturen doch schon recht niedrig waren und eine Empfehlung zur Nachahmung von H.W. nicht ausgesprochen werden konnte.
Die noch Trockenen fuhren je nach Lust und Laune noch 1-2 Runden und beendeten damit einen herrlichen Segeltag.

Dienstag 05.10.
Unglaublich aber wahr, Temperaturen bis über 25 Grad Celsius erwarteten uns heute und das sogar erneut mit Wind.
Nach unserem üblichen Treffzeitpunkt von 10.00 Uhr und einer Stunde Theorie über das Verhalten beim Regattastart ( worauf man aber auch alles achten muß ) ging es dann erneut aufs Wasser, um, wie kann es anders sein, das Starten zu üben. Ein nicht gerade einfaches Unterfangen einen guten Start hinzulegen, wenn man nicht der Einzige an der Startlinie ist. Mit dem Kompass die Luvtonne peilen, schauen woher der Wind genau weht, Startposition inmitten einer wildgewordenen Fighterhorde behaupten, auf die Zeit achten, sowie auf die Startlinie und zuguterletzt die netten Begrüßungen der Nachbarn beantworten, die immerzu „Raum“ rufen, obwohl der See ja eigentlich genügend davon hat, all dieses zeitnah, ja fast gleichzeitig zu beachten bedeutet schon ein gehöriges Maß an Konzentration. Der Schwierigkeitsfaktor einer solchen Startphase wird eigentlich nur noch durch die Situation überboten, wenn mehrere Boote (man nehme am Besten 5, 6 oder mehr) gleichzeitig die Luvtonne an der Regattastrecke runden wollen. Letzteres wird dann zu einer je nach Temperament des einzelnen Seglers sehr geräuschvollen Angelegenheit. Der Ruf nach dem schon bekannten „Raum“ und die sich anschließenden Kommentare und Diskussionen ob der in Frage gestellten Rechtmäßigkeit des Verlangten hatten bisweilen schon beeindruckend heftigen Charakter. Günther, der das alles durch Zusammentreiben seiner Schäfchen an der Luvtonne provoziert hatte, konnte sich vor lachen kaum halten.
Nach einem abschließenden wieder sehr schönen Regattatörn über den Altmühlsee wurden die auf dem See begonnenen Dispute in sehr geselliger Runde fast zu Ende ausgefochten, wenn nicht noch ein paar Unklarheiten geblieben wären. Aber die werden sich sicherlich am morgigen Tag mittels Regelwerk oder bei der nächsten Tonnenrundung im Pulk fast vollständig klären lassen.

Mittwoch 06.10.
Ein schöner Urlaubstag aber Windstille erwartet uns heute. Es bleibt Zeit für die oben bereits erwähnte Regelkunde, basteln am Boot und warten auf die morgen beginnende BE.

Nochmals Dank an Günther für die zusätzliche Trainingseinheit mit allem Drum und Dran.
Mir persönlich haben die Tage am Altmühlsee wieder einmal sehr viel Spaß gebracht und das Verhältnis zum Fighter deutlich intensiviert (selbstverständlich auch zu den Fighterkollegen). Das Inanspruchnehmen solcher Trainingstage oder einer Trainingswoche und nicht zuletzt auch die Teilnahme an einer Fighterregatta kann ich aus den gemachten eigenen Erfahrungen nur wärmstens empfehlen. An den Regatten kann und sollte jeder teilnehmen, der/die einen Fighter besitzt. Jeder ist willkommen und wird herzlich in der Fightergemeinde aufgenommen, egal, wie gut er/sie segelt. Nur keine Scheu, auch wenn es mal wie oben beschrieben etwas rauher zugeht. Wer es ruhiger mag, der drängelt halt nicht so an der Startlinie. Das Mitmachen zählt in erster Linie und mindestens genauso viel das gesellige Miteinander danach. Je mehr dabei sind, desto besser, also bis zur nächsten Veranstaltung

Michael ( GER 99 )

   













Bilder aus Videosequenz