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20
Jahre Fighter - die Veranstaltung 2006 / Pressetext
[ von Manfred E. Fritsche, Reviervertreter des Bayrischen Seglerverbandes ] GUNZENHAUSEN (mef) – "Neuer See – neue Bootsklasse" – unter diesem Motto feierten die Mitglieder der "Fighter"-Klassenvereinigung bei der Wassersportgemeinschaft Altmühl-Brombachsee (WAB) auf dem Altmühlsee den 20. Geburtstag ihres Schiffes. Die ersten Baumuster des Bootes wurden hier kurz nach der Flutung vor 20 Jahren ausgetestet. 35 Kielschiffe vom Typ "Fighter" starteten bei der Abschlussregatta der diesjährigen Trimm- und Trainingswoche bei der WAB auf dem Altmühlsee. Die im Jahre 1988 gegründete Klassenvereinigung hatte zum Geburtstag des von Dipl. Ing. Helmuth Stöberl in Vilshofen entworfenen Schiffes alle Mitglieder in das Fränkische Seenland eingeladen. Bei insgesamt 215 im Zeitraum von 20 Jahren gebauten Schiffen waren die 35 angereisten Boote eine Zahl, die nicht mehr so schnell bei einer Veranstaltung zu sehen sein werden. Beim Festabend sprach Günther Schnell aus München, der Käufer des "Fighter" mit der Baunummer G 2, über die Vorgeschichte, die zur Entwicklung des Schiffes führte. Er hatte vor mehr als 20 Jahren den damals schon von der Entwicklung der Mittelkiel-Regattabootstypen Monas, Dyas, Trias, Quartas und Acros bekannten Helmuth Stöberl darauf angesprochen, ihm doch ein Kielboot zu bauen, mit dem man "hin- und herfahren und auch am Strand anlegen könne". Aus dieser Aussage heraus entstammt die Idee Stöberls, statt des langen Mittelkieles zwei an den Außenseiten angebrachte Kimmkiele und ein Doppelruder zu verwenden und damit einen Tiefgang von nur 52 Zentimetern zu erreichen. Beim Segeln stehen dann die Lee-Kielflosse und das Lee-Ruderblatt im Krängungsbereich senkrecht. Dadurch nimmt der Tiefgang zu. Dies ist die bestmögliche Wirkung gegen Abdrift, da der aus dem Wasser ragende Luv-Kiel kein Gegenmoment bildet. Dem Ehrenvorsitzende der WAB, Oskar Wahnschafft sowie dem langjährigen Vorsitzenden der Klassenvereinigung Günther Baumgärtner bot Stöberl dann zusammen mit dem Bootshändler Volker Lamprecht aus Gunzenhausen im Jahre 1987 an, das 6, 3 Meter lange Schiff mit der Nummer G 3 auf dem soeben gefluteten Altmühlsee auszutesten. Die erste Probefahrt wurde ein Desaster, die Ruderanlage ging kaputt und das Großsegel war nicht mehr einzuholen. Dennoch, so betonte Baumgärtner beim Jubiläumsabend, waren Stöberls Gedanken richtig. Ab diesem Zeitpunkt habe er sich in das 500 Kilogramm schwere und mit 24 Quadratmeter Segelfläche ausgestattete Boot "verliebt". Bei der WAB bildete sich um ihn schnell eine Gruppe Segler, die die Kinderkrankheiten des neuen Schiffes zu beheben suchten, auch "wenn der Konstrukteur immer nur schwer davon zu überzeugen war", so Baumgärtner. Sein Ziel in der Erprobungsphase war darauf ausgerichtet, dass jeder Handgriff beim Transport, beim Slippen und beim Segeln bei einem Einhandboot ohne jegliche Hilfe durchzuführen sein muss. Verbesserungen am Mast, an den Kielen, bei den Segeln und bei der Fockschiene sind nur einige der vielen Probleme, die die Segler um Baumgärtner in den 20 Jahren behoben haben. Der Übergang der Herstellerrechte von Helmuth Stöberl an den aktiven Fighter-Segler Stephan Bode im Jahre 2003 und der Wechsel der Herstellerwerft zu Gottschald nach Rathenow habe nun viel vereinfacht, meinte Baumgärtner. Für die Fighter-Klassenvereinigung hatte der stellvertretende Vorsitzende Hermann-Gerhard Gerdes die Gäste begrüßt. "Segler sind Werber" die betonte der Bürgermeister von Gunzenhausen, Gerhard Trautner seinem Grußwort und bat alle Segler, den Altmühlsee weiter bekannt zu machen. Für die Wassersport Ornbau, die neben der WAB seit Jahren Mitorganisator der Deutsche Bestenermittlung der Klasse ist, sprach Vorstand Franz Dörr der aktiven KV seine Glückwünsche aus. Dem Festabend war eine Trimm- und Trainingswoche vorangegangen, bei der die Teilnehmer eine Grundeinweisung zu Land und zu Wasser bekamen. Trimm, Segeltechnik, Regattatechnik, Segeln mit Genaker und Spinnaker sowie ein reger Erfahrungsaustausch waren weitere Punkte des Lehrganges. Das Ende des Ausbildungsteils bildete eine große interne Regatta, bei der 35 Schiffe an den Start gingen. Bei dieser Wettfahrt, die leider durch starke Hitze und wenig Wind ein wenig beeinträchtigt war, starteten viele bekannte Namen aus der Klassenszene wie der vielfache Gewinner der Deutschen Bestenermittlung Günther Baumgärtner aus Wettelsheim, Heiner Melching von der Innerste Talsperre in Niedersachsen, der derzeit der beste deutsche Segler der Klasse ist, Mike Sommer als österreichischer Vertreter, Georg Pferdemenges, der vor einigen Jahren in der Fachpresse mit seiner Umfahrung von Korsika mit dem Fighter auf sich aufmerksam gemacht hat und nicht zuletzt der 77-jährige Johann Steiner als ältester Teilnehmer. Durch eine Gruppenwertung gab es zwar keinen Einzelsieger, aber große Freude bei manchem Segler, der sich bisher immer in der zweiten Hälfte des Feldes fand und der sich nun mit seiner Gruppe auf dem Siegertreppchen wieder fand. Seinen Abschluss fand das Jubiläum mit einer Ranglistenregatta, dem "Fighter-Cup". Auch hier fanden sich unter den 26 gestarteten Booten einige Segler, die erst durch die Trainingswoche den Geschmack am Regattasegeln gefunden hatten. Drei Wettfahrten gelangen bei schwachem Wind und am Ende konnte der Wettfahrtleiter und WAB-Vorstand Wolfgang Gleich den Siegerpokal an Mike Sommer vom Wallersee aus Österreich übergeben. Joachim Schwindt vom Club der Kreuzer-Abteilung und Hans-Werner Markgraf von der Deutschen Hochseesportgruppe Hansa landeten auf den nächsten Rängen. Bester heimischer Segler wurde der für den Segelclub Breitbrunn startende Schwabacher Ralph Bergner, der auf den fünften Platz kam. |